Print- und Digitalangebote der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gewinnen deutlich an Reichweite

Frankfurter Allgemeine Woche startet in die LAE

Frankfurt am Main (ots) – Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) legen in herausforderndem Marktumfeld zu. Die erst vor einem Jahr gestartete Frankfurter Allgemeine Woche erreicht als Neuling auf Anhieb eine respektable Reichweite unter den Entscheidern. Auch FAZ.NET und die Apps gewinnen deutlich an Lesern. Crossmedial erreicht die Medienmarke F.A.Z. mehr Entscheider denn je.

Nach der heute veröffentlichten Leseranalyse Entscheidungsträger (LAE) legt der Printbereich insgesamt zu. F.A.Z. und F.A.S. haben einen deutlichen Anteil daran. Die F.A.Z. kommt auf eine Reichweite von 346 000 Entscheidern und die F.A.S. auf 197 000. Bei den Top-Entscheidern mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 150 000 Euro jährlich steht die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit einer Reichweite von 17,1 Prozent nach wie vor auf Platz eins bei den Zeitungen.

Die Frankfurter Allgemeine Woche feiert Premiere in der LAE und erreicht auf Anhieb respektable 73 000 Entscheider. Das im Mai 2016 gestartete Wochenmagazin selektiert jeden Freitag auf 68 Seiten das Wesentliche aus der Informationsflut und bietet kompaktes Wissen für kluge Köpfe.

Erfreulich zeigt sich auch die Entwicklung im digitalen Bereich. Auch hier legen die Angebote der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu. FAZ.NET wächst auf 551 000 Nutzer pro Woche; auch die Smartphone- und Tablet- Apps legen deutlich zu.

Crossmedial erreicht die Medienmarke F.A.Z. mit 850 000 Lesern dieser Zielgruppe mehr Entscheider denn je.

Ingo Müller, Leiter Media Solutions der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Die diesjährige LAE bestätigt wieder, dass die Produkte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der wichtigen Zielgruppe der Entscheider zu den führenden Medien zählen, insbesondere bei den Top-Entscheidern.“

Original-Content von: Frankfurter Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

BILD am SONNTAG und BARMER stellen Studie zur Lebensqualität und Lebenszufriedenheit von Berufstätigen in Deutschland vor

Für viele Deutsche entspricht das Leben ihren Idealvorstellungen / Insbesondere Einkommen, Familie, Kinder und Freunde haben einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität / Technologische und emotionale Arbeitsanforderungen belasten / Unternehmen können Lebenszufriedenheit aktiv fördern / Studie der Universität St. Gallen / Mehr als 8.000 Teilnehmer wurden befragt

Die Deutschen schätzen ihre Lebenszufriedenheit weitestgehend positiv ein. Für 49,4 Prozent aller berufstätigen Deutschen entspricht das Leben in den meisten Bereichen ihren Idealvorstellungen. Weitere 33,9 Prozent stimmen dieser Aussage zumindest teilweise zu. Das geht aus einer Studie der Universität St. Gallen unter Leitung von Professor Dr. Stephan Böhm hervor, die heute im Axel Springer Haus in Berlin vorgestellt wurde. Für die Studie mit dem Titel „Lebensqualität und Lebenszufriedenheit von Berufstätigen in der Bundesrepublik Deutschland“ wurden mehr als 8.000 deutsche Arbeitnehmer im April dieses Jahres befragt. Die Untersuchung entstand im Auftrag der BARMER in Kooperation mit BILD am SONNTAG.

Anlässlich der Präsentation der Studie sagte Andrea Nahles (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales: „Die Studie zeigt eindrucksvoll, wie viele Menschen mit ihrem Leben zufrieden sind, das ist ein erfreuliches Ergebnis. Quelle der Lebenszufriedenheit ist für viele Menschen die Arbeit  – aber nicht für alle: Jeder Fünfte ist mit seiner Arbeit gar nicht zufrieden. Die Ergebnisse zeigen auch, die positiven Einschätzungen sind kein Selbstläufer. Unternehmen, Arbeitgeber und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Sozialpartner und Politik müssen gemeinsam daran arbeiten, die Arbeitswelt von morgen menschlicher zu gestalten. Das „Weißbuch Arbeiten 4.0“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales beschäftigt sich mit der Zukunft der Arbeit, mit guter Arbeit im Digitalen Wandel. Klar ist: wenn wir gute Arbeit erhalten und schaffen wollen, kommt es vor allem auf die Betriebe selbst an, denn sie kennen die Bedürfnisse der Beteiligten am besten. Viele erproben ne
ue Formen der Arbeitsgestaltung, deshalb fördere ich beim Thema Arbeitszeit betriebliche Lern- und Experimentierräume, um herauszufinden, ob mehr Flexibilität und mehr Selbstbestimmung mit Schutz vor Überlastung zusammengehen. Denn: Gute Arbeit lässt sich nicht durch Gesetze allein verordnen. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, profitieren auch alle – die Unternehmen und die Beschäftigten in Deutschland.“

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Lust auf Deutschland: BILD schenkt zum 65. Geburtstag allen Lesern eine kostenlose Sonderausgabe

„BILD für Alle“ erscheint parallel zur regulären Donnerstagsausgabe am 22. Juni 2017 und wird an 41 Millionen Haushalte verteilt / Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz schreiben über ihr Deutschland und Europa / Titelseite mit Top-Model Toni Garrn

Vor 65 Jahren, am 24. Juni 1952, erschien die erste BILD-Zeitung in einer Startauflage von 455.000 Exemplaren. Aus einer Idee Axel Springers wurde eine streitbare, unbequeme und vor allem leidenschaftliche Medienmarke, die heute täglich über 38,5 Millionen Menschen (b4p 3/16) auf vielen Wegen und Plattformen erreicht: vom Kiosk bis zur Tankstelle, auf dem Fernseher, auf dem Smartphone, auf dem Laptop und in den sozialen Netzwerken.

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Journalismusdialog mit Heiko Maas und Patrick Walker

Hamburg (ots) – Gruner + Jahr, die Media Group Medweth, der SPIEGEL-Verlag und die ZEIT Verlagsgruppe laden am 27. Juni 2017 zum Journalismusdialog in der Kalkscheune in Berlin ein. Unter dem Titel „Wege aus der Filter Bubble“ diskutieren u. a. Bundesjustizminister Heiko Maas und Patrick Walker, Director Media Partnerships EMEA, Facebook, die Rolle von Journalismus und Plattformen in Zeiten von Fake News und Alternative Facts.

Der Journalismusdialog von Gruner + Jahr, der Media Group Medweth, dem SPIEGEL-Verlag und der ZEIT Verlagsgruppe bringt die unterschiedlichen Positionen zusammen. Die Veranstaltung dient dem Meinungsaustausch und liefert wichtige Denkanstöße zu der großen gesellschaftspolitischen Debatte dieses Jahres.

Programm:

10 Uhr: Registrierung

10:30 Uhr: Veranstaltungsbeginn

– Gesellschaftspolitischer Impuls: Julia Jäkel, CEO Gruner + Jahr

– Journalistischer Impuls: Susanne Beyer, Stv. Chefredakteurin DER SPIEGEL

– Patrick Walker, Director Media Partnerships EMEA Facebook im Gespräch mit Jochen Wegner, Chefredakteur ZEIT ONLINE

– Impuls aus Marken-Sicht: Frank Vogel, Sprecher der Geschäftsleitung G+J e|MS

– Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, im Gespräch mit Christian Krug, Chefredakteur STERN

DER SPIEGEL: „Kampf um einen Toten – Das vergiftete Erbe des Helmut Kohl“

Die digitale Ausgabe erscheint heute um 18 Uhr / DER SPIEGEL am Donnerstag / SPIEGEL BIOGRAFIE am Samstag

„Kampf um einen Toten – Das vergiftete Erbe des Helmut Kohl“: Mit dieser Titelgeschichte erscheint DER SPIEGEL in seiner digitalen Ausgabe bereits heute um 18 Uhr. Die Print-Ausgabe des Nachrichten-Magazins ist, wie schon gemeldet, am Donnerstag im Handel. Mit einer außergewöhnlichen Anzahl und Vielfalt von Artikeln und Meinungen beschreiben die Autoren die zahlreichen Facetten des Ausnahmepolitikers Helmut Kohl. In Nachrufen erinnern der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel, der Schriftsteller Martin Walser, der ehemalige Kreml-Chef Michail Gorbatschow und der frisch gewählte französische Präsident Emmanuel Macron an den Altbundeskanzler.

Auch SPIEGEL BIOGRAFIE widmet dem „Kanzler der Einheit“ eine Ausgabe, die am Samstag, dem 24. Juni, erscheint. Darin finden sich Nachrufe prominenter Freunde und Weggefährten, von Jean-Claude Juncker etwa und Tony Blair, aber auch politische Gegner wie Gregor Gysi nehmen Abschied. Ergänzt werden die Nachrufe durch aktuelle Beiträge, die das Leben des Verstorbenen beschreiben und analysieren sowie eine Reihe historischer SPIEGEL-Texte.

DER SPIEGEL mit vorgezogenem Erscheinungstermin am Donnerstag

SPIEGEL BIOGRAFIE erscheint am Samstag mit einer Ausgabe über Helmut Kohl

DER SPIEGEL und SPIEGEL BIOGRAFIE widmen sich dem am 16. Juni 2017 gestorbenen Altbundeskanzler Helmut Kohl. DER SPIEGEL wird in dieser Woche seinen Erscheinungstermin vorziehen und bereits am Donnerstag, den 22. Juni, mit einer umfangreichen Titelgeschichte über den „Kanzler der Einheit“ erscheinen.

SPIEGEL BIOGRAFIE bringt am Samstag, den 24. Juni, eine Ausgabe über Helmut Kohl an den Kiosk. In dem Magazin werden neue Texte mit Artikeln aus dem SPIEGEL-Archiv kombiniert. Dazu wird auch das letzte Gespräch gehören, das Helmut Kohl mit dem SPIEGEL geführt hat – am 23. August 1976 als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Kanzlerkandidat der Union.

Kristijan Aufiero: Was es heißt, ‚pro life‘ zu sein

Paradigmenwechsel im Lebensschutz: Der Vorstandsvorsitzende von Pro Femina e.V. und Leiter des Projekts 1000plus, Kristijan Aufiero, fordert als einer der Hauptredner auf dem zweiten One of Us-Forum in Budapest ein Umdenken im Einsatz für das Leben. ‚Pro life’ zu sein bedeutet, an der Seite der Frau zu stehen! 

Vor über 600 Repräsentanten europäischer Lebensschutz-Organisationen hielt Kristijan Aufiero in Budapest eine Grundsatzrede zu einer neuen Definition von ‚pro life‘. © 1000plus

Budapest/München (1000plus.net), 16. Juni 2017. – Ende Mai zog der kontinentaleuropäische Lebensrechtskongress One of us über sechshundert Repräsentanten von Pro-Life-Organisationen aus ganz Europa in die ungarische Hauptstadt. Vor diesem größten Lebensschutz-Auditorium Europas, zu dem auch prominente Politiker wie der italienische Abgeordnete Rocco Buttiglione, der frühere spanische Innenminister Jaime Mayor Oreja und der ungarische Familienminister Bence Rétvari zählten, hielt Kristijan Aufiero eine Grundsatzrede über die Beratung und Hilfe für Frauen im Schwangerschaftskonflikt.

Als zentrale Botschaft strich der Vorstandsvorsitzende von Pro Femina e.V.heraus, dass „pro life“ völlig neu gedacht werden müsse, ausgehend von einer radikalen Solidarität mit der Frau, die vor der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung stehe. Die Rede, die einen echten Paradigmenwechsel im Lebensschutz ankündigte, stieß auf breite Zustimmung unter den anwesenden Vertretern europäischer Lebensschutzorganisationen.

Keine Frau wünscht sich die Abtreibung

Als Leiter des Projekts 1000plus, welches seit seiner Gründung im Jahr 2009 bereits über 15.000 Schwangere aus dem ganzen deutschsprachigen Raum beraten hat, erläuterte Kristijan Aufiero, dass keine Frau sich eine Abtreibung wünsche. Vielmehr würden ungeplant Schwangere von außen dazu gedrängt, einen Abbruch vornehmen zu lassen. Meist seien es der Partner, die Familie, die sozialen oder biographischen Umstände, die zu dieser unfreien Entscheidung führen. Aufiero, selbst Vater zweier Kinder und seit über 10 Jahren im Lebensschutz tätig, betonte, dass es trotz aller Widrigkeiten immer eine Möglichkeit für ein Ja zum Leben gebe und dass die Entscheidung für das Leben auch die richtige sei.

Als logische Konsequenz forderte der Vorsitzende von Pro Femina e.V. eine „radikale und fundamentale Solidarität“ mit schwangeren Frauen: „Echte Barmherzigkeit in allem, was wir tun, mit allem, was wir sagen, und mit jedem unserer Gedanken – das ist der Weg, der zu einem Ja zum Leben führt.“ 1000plus sei überzeugt, dass es durch sachliche Informationen, echte Beratung und konkrete Hilfe möglich sei, jeder schwangeren Frau in Europa eine bessere Alternative zur Abtreibung anzubieten.

Gemeinsam für eine Kultur des Lebens in Europa

Nichts sei europäischer als Ungerechtigkeiten zu überwinden, sich unserer Wurzeln zu besinnen und unsere Kultur neu aufzubauen, sagte Kristijan Aufiero, der in Deutschland, Italien und Kroatien aufgewachsen ist und sich seinen Zuhörern als „wirklicher Europäer“ vorstellte. Der Vorstandsvorsitzende der

stärksten pro-life-Frauenhilfsorganisation in Deutschland lud darum die anwesenden Repräsentanten der europäischen Lebensschutzorganisationen zu einer Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg ein, um gemeinsam mehr für Schwangere in Not zu tun.

Mehrere europäische Organisationen kündigten bereits ihren Besuch in München an, um die Arbeit von 1000plus vor Ort kennenzulernen. Auch der italienische Abgeordnete Rocco Buttiglione ermutigte Pro Femina und sagte, der von 1000plus praktizierte Weg der Solidarität mit der Frau sei „der beste Weg“, um Abtreibungen zu verhindern.

Neben der Information, Beratung und Hilfe für Schwangere in Not ist ein Kernanliegen von 1000plus der Aufbau einer „Kultur des Lebens“, wie sie 1995 von Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Evangelium Vitaeentfaltet wurde: Laut diesem geht darum, „dieser unserer Welt neue Zeichen der Hoffnung zu geben, indem wir bewirken, daß Gerechtigkeit und Solidarität wachsen“ und „den heiligen Wert des menschlichen Lebens vom ersten Augenblick bis zu seinem Ende zu erkennen und das Recht jedes Menschen zu bejahen, daß dieses sein wichtigstes Gut in höchstem Maße geachtet werde.“

Kristijan Aufieros Rede im englischen Original sowie in einer autorisierten deutschen Übersetzung und weitere Informationen über das Projekt 1000plus stehen unter www.1000plus.net/budapest zur Verfügung.

BILD zeigt die „verbotene“ Israel-Doku – was Sie vielleicht verpassen

Ein Kommentar von Franziska Holzfurtner

Screenshot, Bild.de

Heute ist ein Tag, an dem viele deutsche Intellektuelle über ihren Schatten springern werden. BILD publiziert – und zwar NUR heute – die in den letzten Tagen intensiv diskutierte Dokumentation zum Thema „neuer Antisemitismus“, die von den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern arte und WDR nicht gezeigt wurde: „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“.

Die reichlich dünne Begründung war zum einen die Einseitigkeit der Doku (im Gegensatz zu anderen ÖR-Produkten, z.B. über Kindesmissbrauch in der Kirche oder Verbrauchermagazinen zu Fastfood-Ketten), zum anderen aber auch, dass die Doku nicht liefere, was man zuerst bestellt habe – nämlich Antisemitismus in Norwegen, Großbritannien, Ungarn und Griechenland, also vermutlich Antisemitismus in der neuen Rechten, bei der Fremskrittpartei, UKIP, im Dunstkreis Viktor Orbans, im Zusammenhang mit der griechischen Sündenbock-Suche im Finanzjudentum. Guter alter Nazi-Antisemitismus, der das deutsche Seelchen beruhigt.

Stattdessen folgt der Film den Wurzeln ebendieses Antisemitismus aus dem rechtspopulistischen Milieu, sie folgt ihm bis nach Israel und von dort wieder zurück in die linke, die anti-imperialistische, die muslimische pro-palästinensische Szene Europas. Das gelieferte Ergebnis ist also tatsächlich anders, als das, was gefordert wurde. Es ist viel differenzierter, als es ursprünglich in Auftrag gegeben wurde und auch schockierender.

Für jeden Deutschen, der sich mit dem Problem des antisemitischen Antizionismus noch nie auseinandergesetzt hat, ist der Film zutiefst beunruhigend und daher sehenswert.

Für mich persönlich ist es jedenfalls relevanter als das altbekannte Treiben niederländischer Glatzen, dass auf dem evangelischen Kirchentag NGOs und Bundestagsabgeordnete fröhlich die Brunnenvergiftungslegende (aka „Israel vergiftet das Mittelmeer“) verbreiten dürfen oder dass 2014 das französische Militär im Städtchen Sarcelles gerade noch so verhindern konnte, dass eine propalästinensische Demonstration sich zum Progrom auswuchs – wenn Sie von letzterem nie gehört haben, geht es Ihnen wie mir.

Was ich hingegen sehr wohl wusste, und was vermutlich zugunsten eines in dieser Sache unbeleckten Publikums mit etwas zu viel Verve ausgewalzt wurde, ist die Korruption und die schwierige politische Situation in Palästina selbst, die aber nicht viel zu Sache tut, auch wenn dies nötig war, um die sich von der europäischen Antizionistischen Hassfront durch ihre Differenziertheit erstaunlich abhebenden Statements der interviewten Palästinenser zu verstehen.

Die Dokumentation zeigt hervorragend die Verwobenheit, die explosive Mixtur antisemitischer Ansichten verschiedenster Couleur, die sich dank des Nahostkonflikts gegenseitig befruchten und kennenlernen durften. Islamisten, Rechtsextreme und Linksextreme beispielsweise sind sich in der Frage, dass und wie das (selbstverständlich jüdische) amerikanische imperialistische Finanzwesen Israel künstlich am Leben erhält. In diesem Statement vereint sich linker und rechter antikapitalistisch/anti-amerikanisch motivierter Antisemitismus mit klassischen vormodernen Antisemitismus-Tropen und islamistischen Anti-Amerika- sowie Anti-Israel-Propagandastories. Wer hier wen inspiriert, was hier antisemitisch und was antizionistisch sein soll, ist unmöglich zu sagen. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse die aus der Dokumentation mitzunehmen ist.

Der Film zeigt auch, wie unglaublich dummdreist viele wohlmeinende Deutsche durch die Fettnäpfchen hoppeln, sich von Menschen aufhetzen lassen, deren Motive sie nicht einmal zu hinterfragen versuchen, in der verzweifelten Hoffnung, endlich mal auf der Seite der Armen und Gescholtenen zu stehen. Schmerzhaft wird das gerade für die christlichen Zuschauer die erkennen müssen, welche Organisationen sich an dieser Sache beteiligen, dass es am Ende gut möglich ist, dass nicht nur gewöhnliche Steuern, sondern auch Kirchensteuern und Geld aus dem Klingelbeuteln in den Taschen der Hamas landen, die wiederum die gezielte Ermordung von Juden organisiert. Weltweit.

Gerade deshalb ist es nicht der Makel – wie es das Statement von arte darstellt – sondern die große Stärke des Filmes, dass er den Nahostkonflikt einbezieht. Die Antisemiten unterscheiden nicht zwischen Juden und Israel. Oft bewusst, weil sie wissen, dass „Israelkritik“ geduldet ist und oft unbewusst, weil ihre Besessenheit mit Israel von ihrer uneingestandenen Besessenheit mit den Juden herrührt.

Wenn wir diese Strategie nicht aufgehen lassen wollen, dann dürfen wir auch keine Unterscheidung zwischen antizionistischem Antisemitismus und dem restlichen Antisemitismus aufmachen, sondern deren gegenseitige Bedingtheit offenlegen. Dies trifft auf die ganze europäische Landschaft zu, inklusive der Niederlande, Griechenlands, Ungarns und Großbritanniens. Übrigens auch manchmal auf Sendungen im Programm der Öffentlich-Rechtlichen.

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DER SPIEGEL startet mit dem „S-MAGAZIN“ ein neues Lifestyle-Supplement

DER SPIEGEL bekommt mit dem „S-MAGAZIN“ eine neue Beilage für Lifestyle-Themen. Das Magazin wird erstmals am 23. September erscheinen und ab 2018 viermal im Jahr dem SPIEGEL beigelegt.

Das neue Stilmagazin vom SPIEGEL widmet sich journalistisch anspruchsvoll und visuell hochwertig den Themen Mode, Design und Genuss. In jeder Ausgabe wird ein gesellschaftlich relevantes Thema als Schwerpunkt aufgegriffen und stil- und humorvoll aus diversen Perspektiven behandelt. Feste Rubriken und Kolumnen zu unterschiedlichsten Stilfragen runden das journalistische Angebot ab. Entstanden ist das „S-MAGAZIN“ in Kooperation mit Bianca Lang-Bognár vom Redaktionsbüro brookmedia und Andreas Möller. Für die Gestaltung ist Johannes Erler verantwortlich.

Klaus Brinkbäumer, Chefredakteur des SPIEGEL: „Das ‚S-MAGAZIN‘ wird die schönen Seiten des Lebens suchen. Es wird den am Wochenende erscheinenden SPIEGEL bereichern.“

Das „S-MAGAZIN“ erscheint mit einer hochwertigen Ausstattung in einer Druckauflage von rund 820.000 Exemplaren in einem eleganten Tabloid-Format (26 x 38 cm) und liegt dem SPIEGEL gefalzt bei. Darüber hinaus werden die Inhalte des neuen Stilmagazins auf SPIEGEL ONLINE in der Rubrik Stil in einem eigenständigen Bereich integriert. Perspektivisch ist außerdem geplant, die Marke auch über das Konferenzgeschäft erlebbar zu machen.